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Keine Flaschen
Geschrieben von Administrator   
ImageUnter dem Motto „Keine Flaschen auf der Tanzfläche“ würde ich euch gerne einen Vorschlag für eine Aktion unterbreiten, die mir als leidenschaftlichen Tanzflächengänger besonders am Herzen liegt. Immer wieder muss ich die Unsitte erleben, dass sich Menschen mit einer Glasflasche in die tobenden Massen stürzen (am besten auf Kopfhöhe, damit das Risiko noch ein bisschen weiter steigt). Und dann warte ich nur noch, bis ich mich wieder in der all zu oft erlebten Szene von spritzendem Blut, Schreien und Panik wiederfinde. Ich weiss nicht, wie es euch dabei geht, aber ich kann dann auch nicht mehr wirklich feiern.

Für mich ist die Tanzfläche einer der wenigen spirituellen Orte, die uns unsere Gesellschaft noch lässt, an denen wir gemeinschaftlich Feiern können. Allein das Wort „Feiern“ hat ja schon einen spirituellen Bezug, haben wir doch als Kinder die Erfahrungen gemacht, die Religion besonders zu feiern, egal ob wir Moslems, Juden, Christen oder was auch immer sind. Wir feiern, wir zelebrieren Etwas, in der Gemeinschaft.

Umso schwerer fällt es mir aber, mich dem Erlebnis hinzugeben, wenn ich jemand in meiner Nähe weiß, der Glas in der Hand hat. Eigentlich ist das ein so offensichtliches und oberflächliches Problem, dass kaum jemand sich wirklich darüber Gedanken macht. Wenn man es aber anspricht, so stimmt doch jeder zu, dass eine solche Situation auch für ihn unbehaglich wirkt. Ist eine Flasche doch eine potentielle Waffe und damit auch eine Drohung, auf die wir uns instinktiv, soweit es unser Zustand zulässt, einstellen.

Es stehen sich zwei Interessenlagen gegenüber. Auf der einen Seite ist das Interesse des Flaschenbesitzers, sich mit dieser auf die Tanzfläche zu begeben, um sich dort zu erfrischen. Auf der anderen Seite steht das Interesse der meisten Besucher, unversehrt, entspannt und glücklich den Abend zu verbringen.

Welche möglichen Erklärungen gibt es für ein solches Verhalten? Wieso nehmen es die Leute in Kauf, jemand anderen gefährlich zu verletzen? In vielen Gesprächen zu dem Thema begegneten mir folgende Erklärungen:

„Ich will doch nur Spass haben.“ - das war wohl die spontanste und die meistgewählte Antwort. Das ist ja auch erstmal etwas positives. Ich war aber auch sehr froh zu merken, dass diese  Antwort nur von Leuten kam, die sich über das Thema noch keine Gedanken gemacht hatten. Im Gespräch wurde die Antwort meist sehr schnell relativiert.

„Es könnte ja sein, dass mir jemand etwas ins Getränk schüttet.“ - Eine verständliche Sorge. Immer wieder trifft man auf Leute, die sich daraus einen Spass machen und die Tragweite ihrer Taten nicht immer erkennen. Auch ich bin schon einem solchen „Wohltäter“ zum Opfer gefallen. Und fast jeder kennt es zumindest aus seiner Bekanntschaft.

„Es gibt keine Möglichkeit, die Flaschen/Gläser abzustellen.“ - Das ist wahrlich ein Phänomen. Ich habe kein einziges Mal in meinem bisherigen Leben einen Club erlebt, in dem es dafür vorgesehene Getränke-Halterungen oder sichere Abstellmöglichkeiten in der Nähe der Tanzfläche gab. Klar, man kann hier und da mal sein Glas abstellen, und ich bin bis heute allen Dj´s dankbar, die mir erlaubten, meine Getränke bei ihnen unterzubringen. Aber selbstverständlich ist das nicht. Und sicher sind all diese Plätze nicht.

Was wären die Lösungsmöglichkeiten, um das gemeinschaftliche Erlebnis noch ungehemmter ausleben zu können? Bei der ersten Antwort hilft schon ein wenig geduldsames Zureden. Bei der zweiten und dritten Antwort wäre wohl der Idealfall, beaufsichtigte Getränke-Deponien zu installieren. Aber das würde wohl wieder auf zuviel Bürokratie und Verantwortung hinauslaufen, auf die niemand von uns besonders scharf ist. Ich bin aber überzeugt, dass man mit einfachen Mitteln eine Sensibilisierung in der Partyszene erreichen kann.

Vielleicht gäbe es ja die Möglichkeit, im Rahmen von Safer Clubbing ein paar Lösungsansätze zu erarbeiten, um der Problematik Rechnung zu tragen. Folgendes fällt mir dazu ein: Auf der Veranstalterseite könnte man anregen, Getränkehalter zu installieren. Oder zumindest nur noch PET-Flaschen zu verkaufen. Man könnte auch versuchen durch Aktionen (wie „UNSER BESEN“, der jederzeit griffbereit in der nähe der Tanzfläche steht, um wenigstens die grobe Gefahr von Glasscherben zu beseitigen) die Mitfeiernden zu sensibilisieren und so ein Bewusstsein des geborgenen Miteinanders zu schärfen.

Was haltet ihr von der Idee, eine solche Aktion zu starten? Vielleicht habt ihr auch Vorschläge, wie man ein solches Projekt gestalten könnte!?! Oder vielleicht seht ihr das Alles gar nicht als solch ein Problem? Würde mich freuen, wenn ich damit wenigstens eine Diskussion anstoßen könnte, zu einem Thema, das in meinen Augen viel zu sehr vernachlässigt wird.

 

Für Freiheit auf der Tanzfläche und Überall

 

aleks

kommentare
geschrieben von der Große on 2006-08-02 19:28:26
das mit keine glasflaschen auf der tanzfläche finde ich eine gute idee!  
ich veranstalte selber kleinere partys von bis zu 200 gästen. und habe auch immer das problem mit den scherben aber auch sogar schon mit umherfligenden flaschen und dadurch böse verletzungen...  
bier in plastik bechern ausschenken oder pet flaschen ist eine gut idee! 
finde ich. ich werde mir euer motte zu herzen nehmen und versuchen meine nächsten party mit abstell möglichkeiten zu gestalten. 
der Große

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